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Neue Asylbewerber in Stoffen und Lengenfeld
Seit Mitte Dezember ist eine junge Familie mit ihren vier Kindern (Fahad (12); Dishad (11); Azad (9) und die kleine Aya (7)) in Stoffen untergebracht. Sie gehören einer religiösen christlichen Minderheit der Kurden an und werden privat rührend versorgt.

Seit Mitte Januar sind sie da: Weitere achtzehn Flüchtlinge, dreizehn junge Männer und eine Frau aus Eritrea, sowie vier Syrer, die im Seidlhaus in Lengenfeld, im ehemaligen Gasthof Hasen, ihr Quartier fanden. Zehn der eritreischen Flüchtlinge sind orthodoxe, zwei katholische Christen. Auch sie sind, wie die syrischen Flüchtlinge, sehr freundlich und wissbegierig nach unserer Sprache und Kultur. Im Gegensatz zu den syrischen Flüchtlingen will keiner von ihnen zurück nach Eritrea.

Das Land ist seit dem Grenzkrieg mit Äthiopien, der 2000 endete, in einem permanenten Zustand der Generalmobilmachung. Nach maximal neun Jahren Schulbildung muss jeder Mann ab 18 Jahren einen Grundwehrdienst leisten, der nur offiziell auf 18 Monate begrenzt ist. Tatsächlich aber kann er ein Jahrzehnt dauern, ohne dass dem Rekruten Gründe genannt werden. Selbst 50 Jahre alte Männer werden regelmäßig zum Militär eingezogen, deren Offiziere für ihre Willkür berüchtigt sind. Diese Belagerungsmentalität findet ihre Fortsetzung im alltäglichen Leben. Es gibt in Eritrea weder Meinungsfreiheit noch Versammlungsfreiheit. Der falschen Religion anzugehören, namentlich einer Pfingstkirche, endet mit Haftstrafen. Reisefreiheit ist ebenfalls ein unbekanntes Wort. Eine positive Perspektive scheint es für sie die jungen Asylsuchenden aus Eritrea in ihrer Heimat nicht zu geben.