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Sängerfasching

Rosenmontag, 11.02.2002
Gut gefüllt war der Schulungsraum im Feuerwehrhaus zum Rosenmontagsfasching des Männergesangvereins. Fast alle Besucher waren maskiert und alle waren bester Laune, um in diesen Abend zu starten. Eine handfeste bayerische Brotzeit mit Willys unübertrefflichen Semmeln bildete die Grundlage für die folgenden närrischen Stunden.

Für zünftige und sehr gepflegte Unterhaltungsmusik sorgte Albert Metzger mit seiner Tänzelmusik, den Gebrüdern Bartsch aus Schöffelding und Sigi Dreer aus Hofstetten, die zu späterer Stunde echt boarisch zum Tanz aufspielten. Sie waren den ganzen Abend ein Höhepunkt. Und das will bei diesen Hochkarätern, die sonst noch auf die „Bühne“ traten schon was heißen.

Chorleiterin Helmutine Reitmeir rezitierte eine wundervoll humorige und selbstironische Geschichte über die offene und tolerante Art von Dorfweibern zu feiern, unter dem Motto, da lass mer die Sau raus. Die Unterhaltung lief prächtig, die ersten Tanzrunden wurden gedreht und es wurde viel gelacht und gescherzt.
Natürlich musste jetzt irgendwann der Vorstand das Wort ergreifen. Warum störte er nur die gute Stimmung? Ein Caruso oder Pavarotti soll draußen stehen, warf er ins Volk und hereinlassen sollten wir ihn auch noch. Na ja! Es ist ja Fasching. Er kam tatsächlich herein, und ein Quiz wollte er auch noch veranstalten. Brav begrüßte er die Honoratioren und warf sich auf der Bühne stolz in die Brust. Zunächst jeweils eine kurze Mimikeinlage, zum Erraten des folgenden Liedes und dann spielte Albert mit der Ziehharmonika die Melodie ein. Mit hell klingendem Timbre und sicherem Ausdruck erklang seine Tenorstimme – Hans Kübler jun. verzauberte die Besucher mit einem exzellenten Solobeitrag verschiedener Operettenmelodien. Seine Darbietungen waren famos. Ein Beispiel: Sein Vater, Kübler Hans sen., schlenderte scheinbar teilnahmslos auf die Bühne – welches Lied war gefragt? –Stimme aus dem Publikum: „Der Glöckner von Notre Dame“ – es war Peter, der Filius, und bekannt für solche Einlagen. Das Volk tobte. Die gesuchte Melodie war natürlich: „Oh mein Papa“. Entschuldige Albert, aber der Vortrag war wirklich eine Unterbrechung wert! Und entsprechend war auch der Beifall für die Künstler.

Kaffeetrinken war nun angesagt. Die Damen der Sänger haben ein prächtiges Kuchenbuffet hingestellt – für mindestens 60 – 80 Personen. Schon beim Anblick lief einem das Wasser im Munde zusammen, da konnte keiner widerstehen. Mein Kompliment die Damen, super, spitzenmäßig.
Und wieder wurde abgetanzt. Natürlich nicht discomäßig, sondern gepflegt schottisch, landlerisch und dreherisch bis zum „alles Walzer“, von der Tanzlmusik gespielt. Erstklassig. Schon wieder unser Vorstand, Albert Metzger. Ein Tusch und die Aufmerksamkeit gehörte ihm. Mit selbst getexteten Schnaderhüpferln nahm er einen nach dem anderen auf die Schippe. Wer sich nicht angesprochen fühlte, sollte sich vielleicht mehr profilieren. Das grüne Männchen auf dem Tanzboden kam so ganz locker zur Kandidatur für den nächst frei werdenden Vorstandsposten. Diese Darbietung ist schon ein herzliches Kompliment wert. Idee, Text und Musik – Albert Metzger. Bravo! Auch der Chor hatte seinen Auftritt. Ausnahmsweise unter weiblicher Leitung, wie schon erwähnt, Frau Helmutine Reitmeir dirigierte vom „Notenständer“ aus. „In den Wangen hat mein Liebchen“, Trinklieder, Toasts und mit Michael Reitmeir am Klavier, „Dann und wann“! Ein insgesamt lockerer Auftritt mit vielen verbalen Unterbrechungen und Zwischenrufen. Auch die Zuhörer mussten immer wieder zur Ruhe ermahnt werden, wir singen schließlich nicht zum Spaß. Erst weit nach Mitternacht ging eine rundum gelungene Faschingsveranstaltung der Sänger zu Ende. Wer da fehlte, war selbst schuld.