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Singen und Musizieren

... für den Kindergarten

MGV Liederkranz Pürgen und GV Harmonie Stoffen beim Frühjahrskonzert

Den Frühling begrüßten Musiker und Sänger aus der Gemeinde Pürgen um ähnlich wie die Natur, auch die Seele der Zuhörer aus dem Winterschlaf zu wecken und um Lebensfreude und Unternehmungslust zu aktivieren. Unter diesem Motto führte Gerhard Lan-ders Mitwirkende und Zuhörer durch den Abend. Positiver Nebeneffekt: der BRK-Kindergarten konnte mit über 450,- Euro Spendengelder unterstützt werden.

Vorstand Albert Metzger begrüßte im voll besetzten Saal des Gasthauses Zum Hasen neben Bürgermeister Klaus Flüß auch den Vorsitzenden des Sängerkreises Landsberg, Ernst Steckenleiter. In seiner Eingangsrede betonte er, dass es zum Musizieren und Singen keine Altersbegrenzung gibt und zeigte dies am Beispiel der Teilnehmer des Abends. Zwischen vier Jahren und über ehrwürdigen 80 Jahren liegt das Altersspektrum. Ein besonderes Anliegen war es ihm hinzuweisen, dass es für das eigene Wohl allemal gesünder ist, selbst zu singen, wie das in der Vergangenheit in den Familien, an den Stammtischen und vor allem in Kindergärten und Schulen üblich war. Heute steht leider das "Sichbesingenlassen" über elektroni-sche Medien an allen möglichen und unmöglichen Orten im Vordergrund. Deshalb stellte er das Engagement für die vorschulische Sing- und Rhythmusausbildung im Kindergarten durch Frau Marianne Asam dankbar heraus.

Kaum zu bremsen waren die Kinder, die sich mit begeisternder Neugier um die Bühne dräng-ten, damit sie den Konzertauftakt, einer flotten Polka, des Bläserseptetts der Jugendblaskapelle Lechrain hautnah erleben konnten. Und nun waren sie endlich selbst an der Reihe. Mit leuchtenden Augen und kaum zu bändigendem Tatendrang erstürmten sie die Bühne um ihren Eltern, Großeltern und all den anderen Besuchern vorzuführen, was sie für diesen Abend einstudiert hatten. Marianne Asam mit der Singgruppe und Veronika Graser mit der Instrumentalgruppe hatten alle Hände voll zu tun, die Begeisterung im Zaum zu halten. Mit einem Sing- und Instrumentalspiel wurde optisch und klanglich dargestellt, dass wir die Instrumente sind - jeder einzelne. Die letzten Schneeflöckchen wurden besungen, der schwarze Peter kam in Form einer Amsel zum Vortrag und in einem weiteren Singspiel wurde erzählt, wie ein zu neugieriges Häschen beim ersten Frühlingsausflug im Bach landete und sich einen Schnupfen holte. Allen Zuhörern wurde von den Kindern über die Ostertage zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten, da garantiert in jedem Garten der Osterhase als Eierfabrikant und Eierlieferant erscheinen wird.

Der gemischte Chor der Harmonie Stoffen besang im ersten Teil des Programms wie Freund-schaft den Zusammenhalt fördert und Singen für frohe Stunden sorgt. Eine positive Lebenseinstellung wird mit der Sonne im Herzen gefordert und gefördert und mit dem Traditional "My Bonny is over the ocean" wird sehnsüchtig erwartet dass der Liebste von seiner Reise über die Meere wieder heimkehrt.

Wie die aufgehende Sonne am Morgen die Lebensgeister in der Natur und bei den Menschen weckt, besingt der Männerchor Liederkranz Pürgen. Am Beispiel der blühenden Linde wird das Erwachen der Natur nach einem langen Winter beschrieben und mit dem "Wanderliedchen" lassen wir alle Sorgen zu Haus und begeben uns bei Sonnenschein hinaus in Wald und Feld. Um ein Leben ohne Leid und Einigkeit für alle Menschen dieser Welt wird unser Herrgott im Spiritual "Oh my Lord" gebeten. Das zuversichtliche und kräftige Solo von Tenor Gerhard Landers wird dabei durch ein feines Pianissimo des Chores begleitet.

Mit dem Anniwalzer und dem musikalischen Scherz "Aber `n Ochs treib i net naus" spielen uns die Bläser gekonnt und schwungvoll in die Pause.

Danach fordern uns die Männer des Liederkranzes unter der Leitung von Helmut Reitmeir zu einer furiosen Fahrt mit der Troika, einem russischen Dreigespann, in die Stadt auf, um dort die ganze Nacht mit den Mädchen zu tanzen. Mit flinken Fingern und im perfekten Rhythmus spielt Wolfgang Biegerl die Klavierbegleitung. Auch der nächste Titel hat Lebensfreude in Form von Singen, Tanzen und goldenen Wein zum Thema: Es lebe die Musik! Viva la Musica! Mit einem kurzen Ausflug nach Italien wird der "Bella Bimba" einem schönen Mädchen namens Vianella gehuldigt. Albert Metzger begleitet uns dann mit gefühlvollem Spiel am Akkordeon zu einem schönen Traum, der uns über Zeit und Raum führt - "Ja, ja der Chi-anti Wein ...".

Mit Schrammelmusik erster Güte entführt uns ein Quartett, die Familie Kübler und Helmut Reitmeir, zum Wiener Heurigen. Begleitet werden sie an der Gitarre von Gerhard Landers und am Akkordeon von Albert Metzger. Das schöne Wiener Lied von Robert Stolz, "Im Prater blüh`n wieder die Bäume" erzeugt verträumte und melancholische Stimmung im Saal. Und den ein oder anderen hört man schon leise mitsummen. Beim nächsten Wiener Lied sprang dann der Funke auf die Zuhörer über und so war der Refrain "Ja, ja der Wein ist gut, i brauch kan neuen Hut..." als Gemeinschaftschor zu hören. Sänger, Musiker und Publikum bildeten eine Einheit.

Mit zwei wunderbaren deutschen Weisen von Wolfgang Amadeus Mozart, "Im Frühling" und "Komm, lieber Mai, und mache" beschreiben die feinen Stimmen des Chores der Harmonie Stoffen das Frühlingserwachen in all seiner Pracht. Mit dem Welthit von Edith Piaf, "Es war so schön mit dir" folgen wir gerne der Aufforderung, an die schönen Zeiten zurückzudenken, wenn uns das Glück einmal nicht so gewogen scheint. Mit der Volksweise "Katjuscha" führt uns der Chor in die weiten der russischen Steppe und lässt uns an den Gedanken der am Ufer sitzenden Katjuscha vom Adler und vom Steppenwolf teilhaben. Das feinstimmige und gefühlvolle Solo von Chorleiterin Veronika Graser zeugt dabei von gleichem Gefühl und Güte, das auch ihren Chor auszeichnet.

Bevor der Gemeinschaftschor, aus Harmonie Stoffen und dem Liederkranz Pürgen, den Sangesfreunden ein Dankeschön sagt und bis zum Wiedersehen viel Freude und Glück wünscht, setzte sich Wolfgang Biegerl noch einmal an sein Klavier. Er begleitete Hans Kübler sen., der in unnachahmlicher Weise das Hobellied zum Besten gab. Ein Soloauftritt mit viel Ausdruck und voll Lebensweisheit.

Der Liederkranz bedankt sich bei allen Beteiligten und den zahlreichen Gästen. Ein herzliches Vergelt`s Gott gilt allen, die mit ihren großherzigen Spenden zur Unterstützung des Kindergartens beigetragen haben.